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Heiliger Gral Artikel
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Die Legende vom Heiligen Gral ist eine etwa 900 Jahre alte verworrene und schemenhafte Geschichte, die vielfältig, reich an Symbolik und häufig widersprüchlich ist. Der Mythos birgt ein Geheimnis in sich, das bis heute nicht gelüftet ist und die Menschen schon stets in seinen Bann gezogen hat und noch stets zieht.
Die Herkunft des Begriffes Gral ist nicht restlos geklärt: (okzitanisch grazal, altfranzösisch graal 'Gefäß, Schüssel'). Von den vielen etymologischen Erklärungsversuchen gilt heute die Herleitung von griech.-lat. crater (Mischgefäß) über lateinisch cratalis/gradalis als am wahrscheinlichsten.
Der Heilige Gral ist den Überlieferungen nach ein wundertätiges und in späteren Versionen sakrales Gefäß, eine Schale, ein Kelch oder ein Smaragd, der aus Luzifers Krone fällt, als dieser in die Hölle fährt. Auch als Stein der Weisen hat der Gral in der Literatur und darstellenden Kunst eine Bedeutung. Zusammen mit einer rätselhaften blutenden Lanze wird er in einer Burg von Gralskönig und Gralsrittern bewacht. Er spendet Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle.
Der mystische Gral wird zu dem Teil auch als eine verschollene Blut-Reliquie begriffen, die in ihrer Umstrittenheit vergleichbar mit dem Turiner Grabtuch, dem Eucharistie-Wunder von Lanciano oder dem Blutwunder von San Gennaro in Neapel ist.
Die Achatschale , die zu dem Hausschatz der Habsburger gehörte und jetzt in der Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien steht, wurde lange für den Heiligen Gral gehalten, da es eine feine Äderung gibt, die als Schrift interpretiert werden könnte.
Handschrift Wolfram von Eschenbachs, Parzival, Band 1, Bildseite
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Buch-Tipp: Der Bogenschütze. Auf der Suche nach dem Heiligen Gral Bildhafte. . . . . . Darstellung des Krieges zu jener Zeit. Die Grausamkeiten, die dazu gehören werden teilweise sehr detailiert widergegeben. Auch die Story an sich ist spannend und unterhaltsam geschrieben.
Ich habe das Buch in kurzer Zeit gelesen und das sagt eigentlich alles aus. |
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Etliche Variationen der Gralslegende legen nahe, dass es vermutlich gegen Ende des 5. Jahrhunderts eine ursprüngliche keltische Originalerzählung gegeben haben muss, die unter ungeklärten Umständen verloren ging.
Die Kelten besitzen eine Weltvorstellung , in der ohne Schwierigkeiten reale Gegebenheiten neben verzauberten, mystischen und übernatürlichen Begebenheiten existieren. Sie assoziieren eine Alltagswelt und zugleich eine parallel existierende Gegenwelt, deren Grenzen an heiligen Brunnen und Quellen aufeinander treffen, so dass das Hinübergehen in die jeweils andere Welt an diesen Orten möglich wird. Quellen sind für die Kelten der Inbegriff und Beleg für die Gegenwart der fürsorglichen und lebensspendenden Erdmutter Eriu , die in Europa zu dem ersten Mal vor 8 Tausend Jahren personifiziert und verehrt wird. Die Erdgöttin, die in der keltischen Mythologie u. a. als Herrin des Landes oder Herrin der Quelle genannt wird, nimmt verschiedene Verkörperungen an: Einmal ist sie eine alte Frau, ein anderes Mal eine Nymphe, dann wieder eine Jungfrau.
Das keltische Original ist in seinem Kern eine Erzählung von den Frauen des Landes, nicht von mutigen Männern und Rittern. Dies wird in den Erläuterungen zu Chrétiens Prolog ersichtlich. Das Reich von Logres (in Britannien) wird als blühendes Paradies beschrieben, im Ruhe und Frieden herrscht und es Sitte ist, dass Ritter und Wanderer auf der Durchreise Speisen von Jungfrauen aus goldenen Bechern und Schalen serviert bekommen. Durch diese Speisung erfahren die Reisenden die Harmonie der beiden nebeneinander existierenden Welten, und sie erkennen, dass sich der Hof der Glückseligkeit oder die Gralsburg in dem Reich von Logres befindet. Das Land ist von Gemeinschaftlichkeit und Gleichheit geprägt, bis der boshafte König Amangons eine Jungfrau auf seine Burg entführt und ihre heilige Schale stiehlt. Seine Männer tun es ihm nach, und bald sind keine Jungfrauen mehr in dem Land, die die Reisenden noch speisen. Das Gleichgewicht zwischen den beiden Welten ist dadurch zerstört. In der Folge verwandelt sich das Land von Logres in ein Ödland: Quellen und Brunnen trocknen aus, Pflanzen gehen ein, Tiere werden unfruchtbar und die Menschen ziehen weg. Dass die "Stimmen der Brunnen" verstummt sind, bedeutet aus keltischer Sicht den Verlust des Kontaktes zur Gegenwelt. Aus diesem Grund muss sich ein Auserwählter auf den mutigen Weg machen, die "Wasser zu befreien", um eine Versöhnung zwischen der Erdgöttin der jenseitigen Welt (Innenland) und dem König der diesseitigen Welt (äußeres Reich) herzustellen, oder modern formuliert, um das ursprüngliche Paradies wieder herzustellen. Der König kann nachdem keltischen Glauben seine rechtmäßige Herrschaft ca. antreten, wenn er mit der Erdgöttin (oder Königin) in Verbindung tritt und sich für ihre Freiheit einsetzt.
Buch-Tipp: Der Wanderer. Auf der Suche nach dem Heiligen Gral Ein grandioser zweiter Teil!!!!!!!!!!! Also ich bin restlos begeistert von dem zweiten Teil. Ich gehe sogar soweit und sage er ist noch ein wenig besser wie der Erste.
Ich finde das ganze noch etwas härter und realistischer(Folter etc) als in dem ersten Teil. Also ich kann es kaum erwarten bis der dritte Teil endlich erscheint. |
Spekulationen über den Ursprung | |
Schon früh wird auf mysteriöse Dokumente verwiesen: Einmal ist von einer geheimen Mitschrift der Worte Jesu Christi, ein anderes Mal von der Botschaft eines Engels, von Abschriften aus alchemistischen Traktaten oder von einem Originaldokument aus Spanien, Britannien oder dem Fernen Osten, Jerusalem, die Rede.
Buch-Tipp: Der heilige Gral und seine Erben Was bleibt, ist jedenfalls. . . . . . eine Menge zu dem Nachdenken und Spekulieren. Ist doch schön so, soll sich jeder seine Gedankenwelt aufbauen, auch dazu dienen Bücher. Interpretieren kann man, je nach Vor- und Umfeldwissen, gerade ein derartiges Thema auf jede ca. erdenkliche Weise.
Ob nun alles Recherchierte Unsinn ist bzw. erfunden oder... |
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Handschrift Wolfram von Eschenbachs, Parzival, Band 1, Bildseite Handschrift Wolfram von Eschenbachs, Parzival, Band 1, Bildseite
Ein Held wird in eine verzauberte Welt geboren. Seine Bestimmung ist es, sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Gegenstand aus einer jenseitigen Parallelwelt zu machen, der Heiliger Gral genannt wird. Die Aufgabe dieses Helden ist es, die natürliche Ordnung und Harmonie der in Unordnung geratenen Welt wiederherzustellen. Er erhält je nach künstlerischer Umsetzung die unterschiedlichsten Namen: Artus, Gawain, Galahad, Parzival, Perceval, Peredur, Perlesvaus oder Bors.
Er wird als Abkömmling aus geheimnisumwobenen Familienverhältnissen dargestellt, der die zwei mächtigsten magischen Kräfte in sich vereint: Den größten Heldenmut und eine unschuldige Reinheit. Er wird entweder von seiner Mutter oder von einer Kriegerin, die Zauberkräfte hat, erzogen, und wächst ohne Geschwister und Freunde auf. Ihm fehlt der Sinn für die Wirklichkeit, diesen Mangel gleicht er jedoch durch seine Unschuld oder Naivität wieder aus, weshalb er auch "tumber Tor" oder "großer Narr" genannt wird.
Bald nach dem er sein behütetes Zuhause verlässt, um sich auf die Suche zu machen, wünscht er sich nichts sehnlicher, als der bedeutendste Ritter seiner Zeit zu werden. Am Hof von König Artus wird seine Bestimmung erkannt, und obwohl er sich häufig als dummer Narr erweist, wird er zu dem Ritter geschlagen und in die Gemeinschaft der Tafelrunde aufgenommen. Der Held erwirbt sich durch seine Herkunft und seinen tollkühnen Umgang mit Waffen hohes Ansehen. Bei den Rittern der Tafelrunde genießt er höchste Verehrung, als er sich in seiner naiven Art einfach auf den Platz der Gefahr setzt, der als tabu gilt und immer für den Auserwählten freigehalten wurde. Damit wird deutlich, dass es sich bei dem Narren ca. um den erwarteten Auserwählten handeln kann. In der Artus-Sage ist dies ein Ort in dem Wald, an dem ein Amboss steht, im das Schwert Excalibur steckt, das ca. vom legitimen Thronerben des Königs herausgezogen werden kann. Es wird somit zur Nagelprobe für den Helden.
Die Handlungsstränge einzelner Gralslegenden gehen nun etwas auseinander: Entweder reitet der Held alleine los, um sich auf die Suche zu begeben, oder der Heilige Gral erscheint als strahlende Vision am Tisch der Tafelrunde, so dass sich alle Ritter bereit erklären, gemeinsam auf die Suche nach dessen Geheimnis zu gehen. In dem Folgenden werden in diversen Variationen die Abenteuer der Ritter geschildert, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Der Held muss sich stets wieder neuen Rätseln stellen, z. B. die richtige Frage stellen, sich selbst treu bleiben, eine Burg erobern oder ein Unrecht rächen. Da der Zauberer Merlin als eigentlicher Initiator der Suche nachdem Gral angesehen wird, erscheint auch er in einigen Gralslegenden, um helfend einzugreifen. Zuletzt gelingt es den Rittern gemeinsam, das Geheimnis des Heiligen Grals zu enthüllen. Die Ritter, die mit einem Makel behaftet sind, scheitern dabei.
Der Held verändert sich während der Gralssuche. Durch seine Taten kann er den Hüter des Grals, der verletzt oder krank ist, heilen, und das zerstörte Land wieder zu einem Paradies erblühen lassen.
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Der Gral taucht in der europäischen Dichtung erstmals kurz vor 1200 auf. Die älteste bekannte Quelle dafür ist der mystisch-religiöse Perceval-Versroman (Le Conte du Graal) des französischen Dichters Chrétien de Troyes (vor 1150 - vor 1190). Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die Artuslegenden, von denen die Gralslegende ca. eine war, die aus dem so genannten "Matière de Bretagne", aus dem britannischen Sagenkreis stammten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen echtrai oder Adventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden mit vielen Gralsthemen, kennen lernte.
Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte, magische Goldschale, in der dem Vater des legendären Fischerkönigs Bran in einer feierlichen Prozession eine Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt.
Buch-Tipp: Die Bruderschaft vom Heiligen Gral 03. Das Labyrinth der schwarzen Abtei Zur alten Form zurück! Die Bücher von Rainer M. Schröder versprühen stets eine ganz eigene Fazination, weil er die Figuren detailliert beschreibt und eine (historische) Welt aufbaut wie kein zweiter. Die Trilogie der Tempelritter Gerolt, Tarik, Maurice und McIvor musste ich daher unbedingt lesen. Die ersten zwei Bände haben mich (leider) ein... |
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Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten Roman de l´estoire dou Graal sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd in dem gleichen Jahr wie Chrétien de Troyes (um 1180 - 1181) schrieb. Seine Fassung der Gralslegende weist eine christliche Richtung auf und erwähnt den Heiligen Gral erstmals als Kelch, mit dem Jesus mit seinen Jüngern das Letzte Abendmahl gefeiert haben soll.
Buch-Tipp: Die Legende vom heiligen Trinker. Trauriges, wunderschönes Märchen über den eigenen Untergang Wie meistens bei Joseph Roth spielt auch in dieser anrührenden Geschichte über die letzten 3 Wochen in dem Leben eines Pariser Clochards das Vergehen eine große Rolle.
Andreas, ein großer Trinker vor dem Herrn, erhält eines Tages 200 Francs von einem Gönner, die er 'bei Gelegenheit'... |
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Helinandus Frigidimontis (~1160 - 1229) berichtet in seiner Chronik von vor 1204, dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, Joseph von Arimathia, hat. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das Blut Christi am Kreuz aufgefangen haben.
Buch-Tipp: Facetten der Einheit. Das Enneagramm der Heiligen Ideen tiefer geht es ca. noch ohne worte Wer das Enneagramm-Buch von Sandra Maitri ("Neun Portraits der Seele") schaetzt, der wird fuer dieses Buch vielleicht sogar noch dankbarer sein. Ab und zu frage ich mich, ob die Lektuere eines Buches einen Menschen ueberhaupt wirklich - durch alle Wahrnehmungsfilter etc. . . hindurch - tief beruehren kann;... |
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In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema 1210 durch Wolframs von Eschenbach (1170 - ~ 1220) Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman Parzival. Wolfram bezeichnet allerdings, vermutlich, um seine Kritiker zu verwirren, einen rätselhaften Dichter namens "Kyot de Provence" als seine Hauptquelle. Kyot will in Toledo ein arabisches Manuskript entdeckt haben, dass 1200 v. Chr. von einem jüdischen Astronom namens Flegetanis geschrieben worden sein soll.
In Wolframs von Eschenbach Gralsversion wird die Gralssuche als das Streben des Einzelnen nach Ganzheit dargestellt. Der Gral wird als Quell dieser Ganzheit betrachtet. So wird der nach ihm Suchende schon genährt, wenn sich der Gral ca. in der Nähe befindet. Wolfram beschreibt in seinem Parzival eine Trennung zwischen Natur und dem Übernatürlichen oder Gott und wandelt die Erzählung dahingehend, dass die Suche des naiven Helden nachdem Heiligen Gral zur Versöhnung zwischen Natur und Übernatürlichem führt. Der Name Parzival oder Perceval kann auch mit Perce à Val (das Tal durchqueren) übersetzt werden. Wolfram beschreibt den Gral lyrisch, als "... Inbegriff paradiesischer Vollkommenheit, Anfang und Ende allen menschlichen Strebens und ein nie versiegendes Füllhorn irdischer Köstlichkeiten...".
Buch-Tipp: Hüterin des Heiligen Gral. Maria Magdalena - die Frau Jesu Die Wahrheit gegen die Welt Mit "Hüterin des Heiligen Gral" schuf Laurence Gardner ein ganz großes Werk.
Vieles von dem was er erzählt ist zwar schon bekannt (etwa, dass Magdalena nie und nimmer eine Prostituierte war und sie allein von der katholischen Kirche zur Sünderin deklariert wurde, um den Wert der Frauen in dem Allgemeinen zu minimieren),... |
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Grals- und Parzivalmotive tauchen seitdem in der europäischen Literatur und Kunst in vielerlei Variationen auf. Eine der bekanntesten künstlerischen Darstellungen ist die Oper Parsifal von Richard Wagner.
Buch-Tipp: Im Schatten des heiligen Baumes. Das Buch ist gut zu lesen. Buddhismus-Kenntnisse wären ein Vorteil, um das Geschehen besser zu verstehen. Doch auch nicht Buddhisten können durch dieses Buch, viel über die sehr gut beschriebenen Regeln in dem Buddhismus etwas erfahren. Man kann sich sehr gut in die Gedankenwelt und in die Handlungen der Personen versetzen. Besonders gut finde ich,... |
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Die Gralssuche wird ebenso vielfältig beschrieben wie der Heilige Gral selbst. Sie wird definiert als
Der Heilige Gral kann ca. zusammen mit der Suche nachdem Gral gedacht werden, denn beide symbolisieren das höchste Streben nach Erfüllung , die Absicht und den Weg des Menschen zu diesem Absicht. Insofern kann der Gral, und mit ihm die Suche, für jeden Menschen jede ca. mögliche Bedeutung annehmen.
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Nach der Gralsburg wurde und wird stets wieder von neuem als real existierende historische Stätte gesucht. In den Legenden wird sie häufig als eine Insel hoch über dem Meer geschildert, die nachdem Eintritt der Verwüstung des Landes aber ca. von einem Menschen reinen Herzens gesehen werden kann. Das Innere der Burg ist reich mit Juwelen und Edelsteinen geschmückt. Sie wird als Jungbrunnen und als Axis Mundi , also als das Zentrum oder der Nabel der Welt betrachtet.
Vorwiegend kommen Kirchen, Türme, Burgen und Festungsruinen in England und Wales als ursprüngliche Gralsburg in Frage, aber auch von einigen Orten in den spanischen und französischen Pyrenäen sind Gralsverehrungen überliefert. Es existieren zahlreiche alte, als heilig geltende Orte und Gebäude, auf die die Beschreibungen zu dem Teil zutreffen könnten, in einigen Orten sollen aber auch die Anwohner bereits sehr früh zur Verbreitung dieser Legende beigetragen haben. So gibt es bis heute keine gesicherte Erkenntnis, dass eine Gralsburg jemals wirklich existiert hat.
Folgende Gebäude kommen in der Forschung am ehesten in Betracht:
- Die gesamte Umgebung von Glastonbury in dem Südwesten Englands, wo in der Abtei noch heute zur Weihnachtszeit ein wundersamer Dornenstrauch blühen soll, und wo angeblich 1190 die sterblichen Überreste von Artus und Guinevere entdeckt wurden. An der Stelle der in dem gleichen Ort befindlichen St. Marys Chapel soll der Überlieferung nach von Joseph von Arimathia die erste Kirche Europas erbaut worden sein. Der Turm von Glastonbury gilt heute noch als der heiligste Ort Britanniens bzw. als die Verkörperung Avalons. An seinem Fuß befindet sich der Chalice Well (Kelchbrunnen), der bekannteste aller Brunnen, die je mit dem Gral in Verbindung gebracht wurden. Dass der Brunnen, so lange sich Menschen daran erinnern, noch nie versiegt ist, soll damit zusammenhängen, dass einst der Heilige Gral in ihm versteckt wurde.
- Winchester Castle in Südengland, im sich ein Tisch aus dem 13. Jahrhundert befindet, an dem 24 Ritter Platz hätten.
- Bamburgh Castle in Northumberland, England, als Lanzelots Burg "Joyous Garde".
- St. Michaels Mount in Cornwall, Südengland, als Rest des versunkenen Reiches.
- Montségur in den französischen Pyrenäen, als Festung von Katharer-Rittern, die überraschend der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei den größten Schatz der Katharer retten.
- Montsalvasch (auch Munsalvaesche) in den spanischen Pyrenäen, als reich mit Juwelen geschmückter Gralstempel des Templerordens, der sehnsüchtig auf die Ankunft des Mahdi (Ritter) aus dem Osten wartet.
- San Juan de la Peña, ein Bergkloster in den spanischen Pyrenäen, das versteckt unter riesigen überhängenden Felsen am Boden eines tief eingeschnittenen Flusstales liegt und ca. von Ortskundigen zu finden ist. Laut den Überlieferungen verehrten dort in dem Mittelalter Pilger eine Reliquie als den Heiligen Gral.
- Die Burg, die mit allen literarischen Beschreibungen die meisten Übereinstimmungen aufweisen soll, ist Cadbury Castle, auch Dinas Bran (walisisch für Festung des Bran) genannt, in Llangollen in Nordwales am Fluss Dee . Der Überlieferung nach war sie die Burg des walisischen Gottes Bran.
- In der Kathedrale von Valencia wird in einer Nebenkapelle ein steinerner Kelch (cáliz) aufbewahrt, der von der Bevölkerung als Heiliger Gral verehrt wird, die katholische Kirche hat diesen Kelch bisher aber nicht als Heiligen Gral anerkannt.
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Die Templer, die sich selbst Pauperes commilitones Christi templique Salomonis ("Arme Ritter Christi und des Tempels Salomons") nannten, sollen eine Zeit lang in dem Besitz und Hüter des Heiligen Grals gewesen sein. Aus einer Anklageschrift vom 12.08 1308 wird ersichtlich, dass sie steinerne Köpfe (zum Teil mit drei Gesichtern) als Heiligtümer verehrten (siehe: Baphomet), denen sie die gleichen Merkmalen und Wunderkräfte wie dem Heiligen Gral zuschrieben.
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Es existiert eine enge Verbindung zwischen dem Mythos des Heiligen Grals zu den verschiedenen Legenden, die sich um König Artus und die Ritter der Tafelrunde ranken. Die Geschichte um das verlorene Paradies und die folgende Gralssuche als der Versuch, das Paradies wieder zu erlangen, stehen häufig in dem Mittelpunkt der Artuslegenden. Sie bilden häufig den Hintergrund für zahlreiche andere Legenden, so z. B. auch für die Geschichte des Zauberers Merlin, die Lebensgeschichte Lancelots oder die Erzählungen von der Fraueninsel Avalon .
Neuesten Erkenntnissen zufolge soll zu dem Zeitpunkt des Todes von König Artus das Land durch einen Meteoriten tatsächlich verwüstet worden sein, was sich in einem vorübergehend eingestellten Baumwachstum manifestierte. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass die Legende immerhin in Ansätzen auf einem realen Hintergrund beruht.
Die Christianisierung brachte den Kelten zusätzlich zu dem Verlust des Paradieses ein neue Sicht von der Welt. Mit der Verbreitung des Christentums verloren sie zunehmend ihren Glauben an heilige Gegenstände, ihre Verehrung für die Göttinmutter und damit ihre matriarchalische Einstellung. Die Übernahme keltischer Heiligtümer durch die Kirche hat ebenfalls wesentlich zu dem Verlust des heidnischen und mystischen Glaubens und Machtpotentials beigetragen. So wurden viele Kirchen, z. B. die Kathedrale Notre-Dame de Chartres, über einer heiligen keltischen Quelle errichtet. Der in der Legende des Heiligen Grals geschilderte Verlust des Paradieses kann insofern auch als Teil unserer eigenen christlichen Missionierungsgeschichte begriffen werden.
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Die mythische Gralsvorstellung des Hochmittelalters setzt sich ungebrochen bis in die Moderne fort. Bis heute werden zahlreiche Versuche unternommen, seine Geschichte (als historisch-übernatürliche Realität, als wahre Begebenheit) aufzudecken. Die Gralssuche, der jedes Jahr ernst gemeinte Bücher gewidmet werden, ist somit ein irrationales Signum der gegenaufklärerischen, esoterischen Strömung der Moderne.
Eine neuzeitliche Interpretation deutet das französische "San Greal" als bewusst verschlüsseltes "Sang real", also als "königliches Blut", ein Hinweis auf die angebliche Verwandtschaft mit Jesus Christus. Laut dieser Theorie soll Maria Magdalena die Frau von Jesus gewesen sein und seine Nachkommen zur Welt gebracht haben. Da Maria Magdalena ihren Lebensabend in Südfrankreich verbracht habe, wird versucht, eine verwandtschaftliche Verbindung des merowingischen Königshauses mit dem Haus David bzw. Jesus zu belegen.
Als Beleg für diese Theorie wird Leonardo da Vincis Gemälde des Abendmahls angeführt. Demnach sind bei der Person zur Rechten Jesu deutliche weibliche Züge zu erkennen. Die komplementären Farben der Kleidung ergänzen sich wie das Männliche und Weibliche. Die Körperhaltung der beiden entspricht dem V-förmigen Symbol für das Weibliche. Außerdem fehlt der Kelch auf dem Bild, weil Maria Magdalena der Heilige Gral ist.
Andere Forscher interpretieren den Gral als Schale, die durch göttliche Fügung in der Ära von König David in einer Höhle unter dem Kreuzigungshügel Golgota vor Feinden versteckt wurde. Sie soll Blutstropfen, die vom Kreuz Jesu hinuntergefallen sind, aufgefangen haben. Der Gral wird zu dem Teil als Synonym für die jüdische Bundeslade betrachtet, in der die zwei von Moses geschriebenen Tafeln mit den 10 Geboten aufbewahrt wurden. Demnach müsste der Gral eher eine eckige Kastenform haben. Aufgrund der Annahme, dass die Lade bzw. der Gral mehrfach mit Gott in Berührung gekommen ist, sollen ihm deswegen große Kräfte innewohnen.
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Gralsbewegung / Gralsgemeinschaft | |
Oskar Ernst Bernhardt gründete um 1924 eine religiöse Sekte in Vomperberg /Tirol, Österreich, nach deren Lehre Abdrushin (eine Eigenbezeichnung Bernhardts) als Nachfolger Christi auf die Erde gekommen ist. Er erzählte eine neue Schöpfungsgeschichte als Zusammensetzung aus moderner Physik, biblischen Passagen und keltischen Sagen. Bernhardt trat als Vermittler und Verfasser der Botschaft des Heiligen Grals auf.
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In zahlreichen Filmen begeben sich die Helden auf die Suche nachdem Gral oder dessen Entsprechung. Eine Auswahl:
- Verfilmungen der Artussage, in denen die Gralssuche vorkommt:
- Excalibur (Vereinigte Staaten Amerika 1981) IMDb (http://german.imdb.com/title/tt0082348/)
- Die Nebel von Avalon (The Mists of Avalon, Vereinigte Staaten Amerika/Deutschland/Tschechien 2001) IMDb (http://german.imdb.com/title/tt0244353/)
- Filme und Serien, in denen der Heilige Gral eine zentrale Rolle spielt:
- Parodien:
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Der heilige Gral in dem Roman Sakrileg von Dan Brown | |
In dem Roman Sakrileg (Buch) von Dan Brown stellt dieser unter Bezugnahme historischer Ereignisse, Quellen und Legenden eine umfassende Theorie auf.
Der heilige Gral soll als der weibliche Mutterschoß und die weibliche Gebährfähigkeit in dem Allgemeinen und in dem historisch speziellen der Mutterschoss von Maria Magdalena, der Gefährtin von Jesus Christus, entdeckt worden sein. Der heilige Gral ist demnach der Ort, andem sich Mann und Frau vereinigen, neues Leben empfagen und heranwachsen kann und das Wunder der Geburt geschieht.
In dem Werk Das Abendmahl von Leonardo da Vinci, der das Geheimnis um den heiligen Gral gekannt haben soll, zeigt er angeblich die Wahrheit: Jesus hatte zu seiner rechten Seite Maria Magdalena und zwischen den beiden wird ein mit der Spitze nach unten zeigendes Dreieck angedeutet. Dies ist das Symbol sowohl für den weiblichen Mutterschoß, als auch für das göttlich Weibliche.
Der heilige Gral ist demnach keine Schrift oder archeologische Besonderheit, sondern vielmehr ein Symbol für die Verehrung der Fähigkeit der Frau Leben hervor zu bringen und die göttliche Urmutter. Diese Vorstellung deckt sich sowohl mit der symbolischen Form (Kelch oder Gefäß) als auch inhaltlich mit den Überlieferungungen anderer Beschreibungen, die ihn als einen Ort des Ursprungs, des Paradieses, des Gleichgewichtes, der Harmonie oder als Kessel der Wiedergeburt genannt haben (s. oben).
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- Walter, Philippe & Poirion, Daniel (Hrsg.): Le Livre du Graal. tome I, Joseph d'Arimathie - Merlin - Les Premiers Faits du roi Arthur, 2001, Bibliothèque de la Pléiade ISBN 2070113426
(Erster von voraussichtlich drei Bänden. Außergewöhnlich gut ausgestattete Neuausgabe; ausführlich kommentiert, zweisprachig Original und Neufranzösisch)
- Chrétien de Troyes: Le Conte de Graal or Perceval, Übersetzung in das Englische von N. Bryant, Cambridge, N.J., 1982
- Chrétien de Troyes: Der Karrenritter Lancelot und das Wilhelmsleben, hrsg. von W.Foerster, Nachdruck Amsterdam 1965
- Malory, Sir Thomas: Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde, Übersetzung von H. Findeisen nach K. Lachmann, Frankfurt / Main 1977
- Wolfram von Eschenbach, "Parzival", Reclam ISBN 3150074517
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- Bahrs, Ulrich, Gral-Wanderer, 1928
- Baigent, Michael; Leight, Richard; Lincoln, Henry, Der Heilige Gral und seine Erben, Orbis Verlag 2002, ISBN 3572013143
- Bayer, Hans, Gralsburg und Minnegrotte, Berlin 1978
- Bayer, Hans, Gral - Die hochmittelalterliche Glaubenskrise in dem Spiegel der Literatur, Stuttgart 1983
- Birch-Hirschfeld, Adolf, Die Sage vom Gral - Ihre Entwicklung und dichterische Ausbildung in Frankreich und Deutschland in dem 12. und 13. Jahrhundert, eine literarhistorische Behandlung, Wiesbaden 1969
- Evola, Julius, Das Mysterium des Grals, ISBN 3926370394
- Gardner, Laurence, Bloodline of the Holy Grail, ISBN 1-85230-870-2
- Greiner, Wolfgang, Grals-Geheimnisse, Berlin 1926
- Godwin, Malcolm, Der Heilige Gral - Ursprung, Geheimnis und Deutung einer Legende, Bechtermünz Verlag 1994, ISBN 3-453-08025-4 - sehr empfehlenswerte, umfassende Darstellung, leider aber schwierig zu lesen, da nicht unmittelbar chronologisch
- Kircher, Bertram (Hrsg.), Das Buch vom Gral - Mythen, Legenden und Dichtungen um das größte Geheimnis des mittelalterlichen Abendlandes, München 1989
- Lange, Hans-Jürgen, Otto Rahn und die Suche nachdem Gral, ISBN 3927940453
- Lampo, Hubert, Artus und der Gral, München 1985
- Mertens, Volker, Der Gral. Mythos und Legende, Stuttgart 2003, Reclam, ISBN 3150182611
- Matthews, John, Der Gral - Die Suche nachdem Ewigen, Braunschweig 1992
- Rahn, Otto, Kreuzzug gegen den Gral, ISBN 3927940712
- Ravencroft, Trevor, Der Kelch des Schicksals - Die Suche nachdem Gral, Basel 1982
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- Berling, Peter, Die Kinder des Gral, Bergisch Gladbach 1991
- Bradley, Marion Zimmer, Die Nebel von Avalon, Frankfurt / Main 1984
- Brown, Dan, Sakrileg, Lübbe 2004, ISBN 3785721528
- Chapman, Vera, Die drei Desmoiselles, München 1984
- MacGregor, Rob, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, München 1989
- Stewart, Mary, Merlins Abschied, München 1989
- Stewart, Mary, Flammender Kristall, München 1989
- White, Terrence Hanbury, Das Buch Merlin, Knaur, Düsseldorf / Köln 1980, ISBN 3426010321
- White, Terrence Hanbury, Der König auf Camelot, 2 Bände, Hobbit-Presse / Klett-Cotta, Stuttgart 1984, ISBN 3608950761
Siehe auch: Medienliste zu Artus, Merlin und dem Gral, Mittelalter, Mythologie, Mystik, Symbole, Rennes-le-Château
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